Umfrage KIT 2015

Digitale Medien in der Schule – Befragung von über 1.000 Lehrpersonen an den Grund- und Mittelschulen des Pustertales im März 2015

 

Mit Beschluss der Landesregierung vom 19. Jänner 2009, Nr. 81, wurde kommunikations- und informationstechnologische Bildung in den Grund- und Mittelschulen als Lernbereich mit verbindlichen Rahmenrichtlinien eingeführt. An den Schulen begegnet man dieser Herausforderung seitdem mit unterschiedlichen pädagogisch-didaktischen Konzepten und verschiedenen Organisationsmodellen. Eine breit angelegte Befragung der Lehrpersonen an den Grund- und Mittelschulen des Pustertales, durchgeführt über den Schulverbund Pustertal im März 2015, liefert diesbezüglich wertvolle Erkenntnisse und Informationen als Grundlage für zukünftige Entwicklungen und Entscheidungen.

 

Etwa 40% der befragten Lehrpersonen an den Grund- und Mittelschulen aller drei Sprachgruppen gaben ihre Antworten auf den online-Fragebogen. Die Ergebnisse bescheinigen den Lehrpersonen eine überaus positive Einstellung diesem sehr anspruchsvollen Lernbereich gegenüber und bestätigen die durchwegs professionellen Planungsarbeiten im Zusammenhang mit Kommunikations- und Informationstechnologie (KIT) an den meisten Schulen. Aus den Angaben der Lehrpersonen zu ihrem persönlichen Nutzungsumfang digitaler Technologien lässt sich ein sehr zeitgemäßes Nutzungsprofil für diese Berufsgruppe ableiten. Die Lehrpersonen bescheinigen sich selber sehr gute Kompetenzen im Umgang mit den digitalen Technologien und gute Kenntnisse über die erforderliche Ausrichtung einer zeitgemäßen Medienerziehung.

 

Ein Großteil der Lehrpersonen weiß über Art und Ausmaß der Mediennutzung von Kindern bzw. Jugendlichen Bescheid, ihren Aussagen zufolge verfügen bereits Einschulende über Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien. Der verantwortungsbewusste Umgang mit dem Internet wird im Unterricht ausreichend thematisiert bzw. schwerpunktmäßig behandelt, in der Mittelschule auch das hochaktuelle Phänomen der digitalen sozialen Netzwerke wie Facebook und andere.

 

An den meisten Schulen wird KIT unter verbindlichen organisatorischen Rahmenbedingungen und nach einem eigenen Curriculum unterrichtet, vielfach sind die Informations- und Kommunikationstechnologien selbstverständlicher Bestandteil des regulären Unterrichts. Über 70% der Lehrpersonen setzen die digitalen Medien in den Fächern Deutsch, Mathematik, Geografie, Naturwissenschaften, Geschichte und 2. Sprache ein. Die meisten Schüler können bis zum Ende der jeweiligen Schulstufe die betreffenden Kompetenzen im Umgang mit den Kommunikations- und Informationstechnologien erwerben, so die Einschätzung der Lehrpersonen.

 

Bzgl. relevanter technischer Ausstattung gibt es insgesamt große Zufriedenheit, sie ermöglicht weitgehend einen zeitgemäßen KIT-Unterricht. Die Leistungsfähigkeit der Internet-Datenlinien wird allerdings in vielen Schulen als unzureichend empfunden. Bevorzugt für zukünftige Ausstattung sprechen sich über 70% der Lehrpersonen für einen PC mit Projektor in den Unterrichtsräumen aus, 44% möchten in der Schule ein WLAN nutzen, privat nutzen laut Rückmeldung fast 70% der Lehrpersonen ein WLAN. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung interessant: 35% der Lehrpersonen nutzen privat ein Tablet, 35% wünschen sich dieses Medium auch in der Schule.

 

Für die eigene Professionalisierung wünschen 84% der Lehrpersonen Fortbildung zur didaktischen Umsetzung von KIT im Sinne der Rahmenrichtlinien und 74% Fortbildung zur Medienpädagogik im Sinne einer verantwortungsbewussten Nutzung der digitalen Medien.

 

Insgesamt stellt sich also an den Grund- und Mittelschulen des Pustertales ein sehr positives Bild im Zusammenhang mit KIT-Unterricht dar, mit einigen Unterschieden zwischen den Schulstufen, teilweise auch zwischen den Schulsprengeln.

 

Die Ergebnisse, sowohl die allgemeinen, als auch jene der Schulen, können als Grundlage für eine interne Evaluation dienen. Vor allem aber können davon Maßnahmen im Sinne von Entwicklung und Optimierung auf verschiedenen Ebenen abgeleitet werden. Im Bereich Fortbildung im Schulverbund wurden bereits erste Anpassungen an die Bedürfnisse lauf Umfrage vorgenommen, weitere Schritte werden folgen.